Offizielle Beschwerde gegen die Reiterin Ingrid Klimke wegen Verstoßes gegen das Pferdewohl, die FN-Richtlinien und die Richtlinien der klassischen Dressur.

Veröffentlicht am 6. März 2026 um 12:35

Was war geschehen?
Anfang März startete Ingrid Klimke mit dem Pferd Vayron in Lier/Belgien bei einem CDI-Turnier.

In einem Video ist Folgendes zu beobachten: 

Immer wieder zeigt das Pferd ein offenes Maul, soweit das mit Nasenriemen eben möglich ist, was Abwehr gegen das Gebiss und oder harte Zügeleinwirkung bedeutet.

Es wird immer wieder von starken Handeinwirkungen „in die Zange genommen“, dann durch plötzliches Nachgeben kurz erlöst, vielleicht psychisch kurz in Sicherheit gewiegt, um dann wieder plötzlich, teilweise ruckartig, und für das Pferd nicht nachvollziehbar zusammengezogen zu werden. (Dies war der Versuch, es einmal aus der Perspektive des Pferdes zu erklären.)

Diese heftigen Handeinwirkungen werden begleitet durch nahezu durchgehende Sporenstiche oder Bohren mit den Sporen. Von dem nur allzu gern als Verfeinerung der Hilfen benannten Werkzeug sehen wir hier, was es in der Realität ist:

Ingrid Klimke, Vayron, Offizielle Beschwerde bei FN

Ein Werkzeug zur Dauernutzung, zum Dauerstechen, zum Dauerbohren, mit höchstens kurzen Unterbrechungen. Auch zum Thema Sporen können Sie ausführlicher im Vorgängerbuch lesen: "Ein Buch, das nie erschien - vom System Gewalt gegen das Pferd".

Zweiter Platz statt Abklingeln!

Ein ganz offensichtlich völlig überfordertes Pferd wird von den Richtern so gut bewertet, dass es am Ende zum unglaublichen zweiten Platz reicht. Unglaublich deshalb, weil die Vorführung eigentlich hätte abgeklingelt werden müssen.

Meine Standbilder zeigen nicht nur das Reiten hinter der Senkrechten, sondern ebenfalls den Sporeneinsatz. Beides kann man auch gut im Video von Clip my horse überprüfen.

Ingrid Klimke, Vayron, Offizielle Beschwerde bei FN

In kuriose Verdrehungen gerettet!

Was allerdings wegen des doch schnellen Ablaufs etwas schwieriger zu sehen, bei den Standbildern (die ich aus Urheberschutzgründen nicht veröffentlichen kann, sie dienen jedoch als Beweismittel) jedoch klar zu erkennen ist, ist, dass sich das Pferd immer wieder in kuriose Verdrehungen retten muss, um die Aufgaben, wie zum Beispiel die Pirouette irgendwie zu meistern. Auf einem Standbild können wir sehen, dass das Maul des Pferdes nach links zeigt, während das Genick in die andere Richtung weist, was mehr ist als „ein bisschen im Genick verworfen“. Der Hals ist dabei verbogen, das Pferd auf skurrile Weise zusammengezogen und in sich verworfen. Es gibt Standbilder, die sehr gut für ein Quiz geeignet wären, unter dem Titel: Rate mal, welche Lektion/welche Gangart wird hier gerade geritten? Es gibt Bilder, bei denen das Pferd mit hoher Kruppe mit beiden Hinterbeinen parallel in der Luft ist. Manchmal befindet sich dabei ein Vorderbein zusätzlich in der Luft, manchmal auch beide am Boden. Ein Pferd ist doch kein Känguru!

Es kann auch pferdefeundlich funktionieren!

Das hat nichts mehr mit Dressurreiten zu tun. Hier haben alle versagt, die daran beteiligt waren und sie sind es eben auch, die dieses System unbedingt am Laufen halten wollen.
In meinem Nachfolgebuch werde ich genauestens beschreiben, wie Reitsport auf ganz andere, pferdefreundliche Weise nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Studien funktionieren kann!

Warum habe ich diese offizielle Beschwerde eingereicht? 

Mein Ziel ist ja eindeutig eine Änderung des Systems, weil ich fest davon überzeugt bin, dass es sich aus sich heraus nicht mehr wirklich pferdefreundlich entwickeln kann. Die Analyse dazu ist das Buch, das ich gerade schreibe. Dass ich mich nun ausnahmsweise doch einmal mit einer Person beschäftige, ist wohl als erstes dem, man kann fast schon sagen, Schock zuzuschreiben, der mich kurz ereilte, als ich das Video sah.

Immerhin haben wir es hier mit einer Reiterin zu tun, die bei vielen als Vorbild für pferdefreundliches Reiten galt oder sogar noch gilt. Und ich finde, dass man dann so einen Ritt nicht einfach so stehen lassen kann, sondern dass es erstens Aufklärung braucht und zweitens einen Versuch, solche Vorführungen nicht ungestraft durchgehen zu lassen. Auch das nagt dann an dem kranken System.

Wir haben es bei Pferden mit hochsensiblen Wesen zu tun, für die wir in der Signalgebung eigentlich viel zu grob und plump sind. Deshalb muss alles, was wir mit dem Pferd tun, auf den Prüfstein, ein neues System muss her, dass uns zur wirklichen Partnerschaft führt. Dazu möchte ich beitragen, notfalls so eine Bewegung, die ja so ganz langsam in Fahrt kommt, auch mit anführen.

Folgt mir auf dem neuen Weg – Folgt mir auf den neuen Weg!

https://www.regina-rheinwald-das-pferde-atelier-fuer-wort-und-bild.com/

 

Wer tiefer einsteigen möchte, kann im Internet folgende Studie aufrufen:

 

"Hyperflexing the horse's neck: a systematic review and meta-analysis".

Wichtige Details zur Publikation:

Veröffentlichungsdatum: 2. Oktober 2024. Journal: Scientific Reports (gehört zur Nature Portfolio).

Autoren: Uta König von Borstel, Kathrin Kienapfel, Andrew McLean, Cristina Wilkins und Paul McGreevy.

Die Studie wertete insgesamt 58 wissenschaftliche Fachartikel der letzten 20 Jahre aus und kam zu dem Schluss, dass die negativen Auswirkungen der Hyperflexion auf das Tierwohl (Schmerzen, Stress, Atemeinschränkungen) die potenziellen gymnastischen Vorteile bei weitem überwiegen.

 Hyperflexing the horse's neck: a systematic review and meta ...

02.10.2024 — Hyperflexing the horse's neck: a systematic review and meta-analysis. Uta König von Borstel , Kathrin Kienapfel , Andrew McLean 3,

 Nature

  PDF) Hyperflexing the horse's neck: a systematic review and ...