In den sozialen Medien lassen sich seit kurzem vermehrt Beiträge finden, in denen die Beitragsstellerinnen und Beitragssteller die kritisierte Gewalt gegen das Pferd mit verschiedenen psychologischen Tricks zu legitimieren suchen.
Pferde sind keine großen, gefährlichen Monster!
Da wird zum Beispiel damit gedroht, man würde zukünftig keine Korrekturpferde mehr annehmen, weil man bei der Korrektur als gewalttätig gegen das Pferd bezeichnet werden könnte. Dabei müssen Sie sich das jetzt nicht so vorstellen, dass das alles Pferde sind, die ihre Reiterinnen oder Reiter gebissen, geschlagen oder ihnen sonst irgendein Leid zugefügt hätten. Nein, es sind ganz einfach Pferde, die entweder fachlich falsch geritten wurden und nun durch fachlich korrektes Reiten wieder zu angenehmen Reitpferden gemacht werden sollen, oder aber, und hier wird es pikant, Pferde, die vom System Gewalt gegen das Pferd im Reitsport auf verschiedene Weise kapituliert haben. Die einen widersetzen sich der Gewalt und gelten nun als Problempferd, die anderen haben resigniert und sind deshalb nicht mehr im Turnieralltag gut genug. Es handelt sich also mitnichten um Monster, die nun mit Gewalt auf den rechten Weg gebracht werden müssen, sondern in der Regel um Opfer des gewaltvollen Reitsport-Systems selbst!
Nun aber will man Ihnen erklären, dass es notwendig ist, grob mit diesen Pferden umzugehen, sei es im Maul, durch harte, schmerzhafte Einwirkung oder durch den massiven Einsatz von Sporen, oder durch was für Werkzeuge auch immer. Das alles aber hat ja erst zu der großen, breit gestreuten Kritik am Reitsport geführt und soll nun legitimiert werden.
Dient das dem Wohl des Pferdes?
Man will Ihnen einreden, dass Sie keine Ahnung haben!
Sie, die Sie vielleicht selber keine S-Dressur oder ein S-Springen (höchste Klassen der Reitturniere) reiten, oder noch schlimmer, womöglich gar nicht reiten, Ihnen soll nun abgesprochen werden, sich dazu zu äußern. Sie würden einfach nicht verstehen, warum diese Gewalt notwendig ist. Man begegnet Ihnen mit einer gewissen Arroganz und bewirft sie mit Fachbegriffen oder angeblichen Fachbegriffen, um seine eigene, unanfechtbare Kompetenz zu beweisen und Sie zum Schweigen zu bringen.
Und da stehen Sie nun, fühlen genau, dass das so nicht richtig sein kann, kommen aber gegen diese geballte Flut von Scheinkompetenz einfach nicht an.
Mit mir haben Sie eine kompetente Fachfrau gefunden, die das System von innen kennt, es verlassen hat und die es nun auf einen neuen Weg bringen möchte.
Diese Experten zeichnen ein Bild vom großen, gefährlichen Tier Pferd. Das zieht, denn ein Pferd ist groß, stark und wenn es wollte, könnte es uns umbringen. Dass es das aber genau nicht tut, liegt in seiner biologischen Besonderheit. Wer jahrzehntelang, so wie ich, mit Pferden, auch gefährlich GEWORDENEN (durch Menschenhand) gearbeitet hat, der weiß, wie empfindsam, sanft und kooperativ dieses große Tier in Wirklichkeit ist.
Also lassen Sie sich bitte nicht hineinziehen, in eine gefährliche, dunkle Irrealität vom gefährlichen Pferd. Natürlich muss man lernen, mit so einem Tier korrekt umzugehen, denn Unfälle mit Pferden geschehen so oft durch falschen Umgang, aber das Pferd ist kein Monster, dem man zeigen muss, wo der Hammer hängt.
Denn: Es dient nicht dem Wohl des Pferdes!