In den nächsten Tagen wird es extrem heiß, in einigen Regionen sogar länger als nur ein paar Tage.
Jetzt ist gutes Management gefragt.
- In Offenställen muss jemand schauen, ob wirklich ALLE Pferde den Schatten aufsuchen können. Das muss nicht der Unterstand sein, aber wenn keine Bäume Schatten spenden, dann ja!
Ein Manko in vielen Ställen: Wenn Pferde in der gleißenden Sonne stehen und nicht im Unterstand, wird ihnen gern angedichtet, dass sie gar nicht in den Unterstand wollen. Dabei liegt es meist daran, dass einfach nicht genügend Platz im Unterstand ist und Rangniedere nicht reingelassen werden.
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Bei Boxenhaltung mit Paddock- oder Weidegang ist es ratsam, die Abläufe zu verändern.
- Die Pferde z.B. sehr früh rauslassen und ab Mittag rein und am frühen Abend noch mal raus. Oder ganz wechseln, so dass sie nachts draußen stehen können und tagsüber ab Vormittag rein können.
Sie gehen in den heißen Zeiten gern rein, genießen den Schatten und dass es weniger Bremsen gibt.
In der Natur würden sie schattige Plätze auf Anhöhen aufsuchen, auf denen ein leichter Wind weht.
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Wasser, Wasser und nochmal Wasser!
- Überall muss zu jedem Zeitpunkt frisches Wasser zur Verfügung gestellt werden.
Ich kenne schlimme Geschichten von leeren Wannen oder verdrecktem Wasser. In einem Stall war der E-Draht in die Wasserwanne gefallen (!)… - Salzlecksteine sind jetzt ganz besonders wichtig, weil mit dem Schweiß viel Salz und Mineralien verloren gehen.
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Abduschen: Achtung!
- Der Kaltwasserschock aus dem Schlauch ist keine gute Idee. Wenn, dann nur die Beine! Der restliche Körper sollte mit temperiertem Wasser abgeschwammt werden. Es ist nicht anders als bei uns. Eiskaltes Wasser auf einem erhitzten Körper lässt den Kreislauf aufdrehen und den Blutdruck steigen. Die Körpertemperatur wird nur kurz und schockartig gesenkt, steigt aber schnell wieder an, weil der Kreislauf aufdreht.
Auf dem Rücken hat eiskaltes Wasser nichts zu suchen. Das führt zu Verspannungen, die sogar zu Blasenproblemen führen können.
Manche zeigen danach dauernd an, dass sie urinieren wollen, aber es nicht können. Es ist ein dauernder Reiz durch die Verspannung im Rücken. -
Trinken lassen nach dem Reiten: Achtung!
- Nicht eiskaltes Wasser trinken lassen. Der Kälteschock ist nicht gut für die Bronchien und den Magen. Auch wenn du selbst bei Hitze gern eiskalte Getränke liebst, ist es auch für dich nicht gesund und führt weniger zur Erfrischung des Körpers als ein temperiertes Getränk.
- Nach dem Reiten: Deshalb heißt die Wassertrense Wassertrense:
Mit der Wassertrense kann man ein erhitztes Pferd nach dem Reiten sehr gut trinken lassen. Es kann mit diesem Gebiss nicht so hastig trinken, was sehr gut ist!
Wer gebisslos reitet kann ein bisschen Stroh auf das Wasser legen. Auch das verhindert, dass das Pferd zu hastig trinkt.
Hastiges Trinken kann zu Magenschmerzen oder sogar zu Koliken führen! - Reiten zu welcher Tageszeit?
- Wenn überhaupt, dann sollte am sehr frühen Morgen geritten werden und man sollte es gemächlich angehen lassen.
Pferde verlieren große Mengen an Schweiß und mit ihm Wasser, Salz und Mineralien. Durch den Verlust - Zum Turnier angemeldet?
- Wenn die Veranstalter das Turnier zum Wohle der Pferde nicht selber absagen, dann habe bitte den A… in der Hose und verzichte auf die Teilnahme. Menschen können selbst entscheiden, ob sie bei einem solchen Wetter Hochleistungssport betreiben wollen oder nicht. Pferde haben diese Wahl nicht. Du musst für IHRE Interessen eintreten, nicht für deine eigenen!
- Ich persönlich finde, dass ein ruhiger Ausritt am Morgen eines hochsommerlichen Tages sehr viel Charme hat.
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Ich wünsche euch und euren Pferden, dass ihr gut durch diese extreme Hitze kommt!
Über Regina Rheinwald
Regina Rheinwald blickt auf eine jahrzehntelange Erfahrung im Pferdesport zurück. Als ehemalige Reiterin, Turnierreiterin, Inhaberin einer Reitschule, die Mitglied im Landesverband der Reit- und Fahrvereine war, kennt sie die Strukturen des Systems von innen.
Ihre fundierte Expertise wird durch ein Studium der Ethologie des Pferdes an einer Schweizer Privatakademie, ihrer Arbeit als Verhaltenstherapeutin für Pferde, sowie als Autorin von Büchern und Fachartikeln ergänzt.
2015 erschütterte sie die Pferdewelt mit ihrem investigativen Buch, das die Gewalt im Reitsport erst einmal bewies und die Reiterwelt einmal ordentlich durchgeschüttelt hat:
2015: Ein Buch, das nie erschien – vom System Gewalt gegen das Pferd
2026: Systemkollaps! Vom System Gewalt gegen das Pferd im Reitsport zur wirklichen Partnerschaft!
Künstlerisch ist sie in ihrem kleinen Atelier in der Lüneburger Heide aktiv.
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